LOST PLACES - DEUTSCHLAND

Behinderteneinrichtung. Fotografiert November 2020
Die Diakonie veräußert das Quartier für 16,5 Millionen Euro an die Gemeinde und ihre Projektpartner.
Das Gebiet muss, damit die Gemeinde nicht drauflegt, dicht bebaut werden mit 330 bis 500 Wohnungen.
Es entsteht ein Wohngebiet mit 800 bis 1200 Einwohnern. 

Jugendheim. Fotografiert April 2021
Es wurde im Jahr 1859 nach dem Beispiel Pestalozzis als „Rettungshaus für gefährdete Kinder“ gegründet.
Das Heim war bis zum Jahr 1941 im Besitz der Diakonie  und wurde dann vom Landeswohlfahrtsverband Württemberg-Hohenzollern als Heim für schwer erziehbare männliche Jugendliche übernommen. Aufgrund der kontinuierlich zurückgehenden Belegung der Einrichtung und den sich daraus ergebenden Fehlbeträgen in Millionenhöhe, beschloss die Verbandsversammlung des Landeswohlfahrtsverbandes die Schließung des Heimes zum Ende 2002.

Hallen- und Freibad. Fotografiert April 2021
Das Bad war bis 2008 geöffnet. Im Sommer war es mit ständig geöffnetem Dach in Betrieb.
Der Name des Hallen-Freibads ist gut zu erraten.

 Alter Bauernhof bei Oberstdorf. Fotografiert Oktober 2019.

Einstiger Pferdestall Landgut Marienwahl bei Ludwigsburg. Fotografiert Oktober 2021. 

Villa Berg Stuttgart. Fotografiert Februar 2022.
Seit 2005 steht die Villa leer und befindet sich in einem verwahrlosten und heruntergekommenen Zustand.
Sie soll für 62,5 Millionen Euro in ein Haus für Musik verwandelt werden. 

Vergammelter Kahn auf dem Neckar. Fotografiert Januar 2022

Kapelleninsel beim Schloss Monrepos Stuttgart. Fotografiert Januar 2022
Die neogotische Kirche auf der Kapelleninsel wurde in einem verkleinerten Maßstab (1:4) erbaut und wird daher auch als Kapelle bezeichnet. Die Kirche wurde auf einem künstlichen Felsenhügel errichtet und mit ihrem Turm zum Schloss Monrepos ausgerichtet. Im Zweiten Weltkrieg wurden das Langhausinnere und das Satteldach zerstört und nicht wieder aufgebaut. Ludwigsburg

Ehemaligen Zollamt Bad Cannstatt. Fotografiert März 2022
Ein wichtiger Identitätsfaktor für das künftige Wohngebiet. Dabei soll der besondere Charakter des Ortes weitest möglich erhalten bleiben und unterstützt werden.

Ob das noch was wird?

Kurhaus Sand (Hunters Hotel). Fotografiert Juni 2022
Das Kurhaus Sand ist ein historisches Hotel an der Schwarzwaldhochstraße. Um 1845 entstand auf dem Sand eine Schutzhütte. Sand ist eine zur Stadt Bühl gehörende Häusergruppe an der Schwarzwaldhochstraße unterhalb des Mehliskopfes.
Die Schutzhütte wurde für die Waldarbeiter und das Fuhrpersonal erbaut zu der später ein Schankbetrieb hinzukam. Die Hütte wurde 1874 zu einem Gasthaus umgebaut. Durch die stetig steigende Zahl von Gästen wurde das Gebäude vergrößert und zu einem Kurhaus ausgebaut. Die Einweihung erfolgte 1891 in Anwesenheit von Großherzog Friedrich von Baden. Es gibt einen alten und neueren Teil des Kurhauses.

Hotel Waldlust. Fotografiert Juni 2022
1902 öffnete das Grande Hotel seine Tore. Der Hochadel ging ein und aus. 1922 wurde das Gebäude erweitert.
1926 residierte hier König Gustav V. von Schweden, in den 1930er-Jahren Filmstars wie die weltbekannten Stummfilm-Schauspieler
Douglas Fairbanks und Mary Pickford. Das Schlosshotel war eines der Häuser der High-Society.
Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Haus zu einem Lazarett umfunktioniert.
Seit den 1960er Jahren berichtete das Personal über unerklärliche Phänomene, die mit der unerlösten Seele von Adele B. in Verbindung gebracht wurden. Wissenschaftler des „Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene“ nahmen sich 2005 dem Schlosshotel an und gingen den Spuk-Geschichten nach. Nichts.

Nach vielen Besitzerwechseln und Leerständen ist das Hotel seit 2005 ungenutzt und steht für 1,5 Millionen Euro zum Verkauf. Mit 35 Millionen Euro Investition würde sich daraus wieder ein 5 Sterne Hotel machen lassen.

Hotel Waldlust. 
Alte Baupläne und Orientierungspläne für das Hotel.

Hotel Waldlust. Gesindehaus
Der hintere Teil des Hauses ist komplett zerstört.

Tuchfabrik Hoyer im Christophstal. Fotografiert Juni 2022

1902 kaufte Karl Friedrich Hoyler die wurde die Münster’sche Tuchfabrik.

Ab 1914 übernahm der Sohn Hoylers den Betriebund erweiterte ihn kontinuierlich. Es wurde eine Färberei eingerichtet,
ein Versandabteilung und Appretur.
Die Tuchfabrik war in der Lage, alle Arbeitsschritte von der Wolle zum
fertigen Stück durchzuführen.
1952 waren bei der Textilfabrik Hoyler waren 160 Personen in Spinnerei, Weberei, Färberei und Appretur beschäftigt, deren Produkte in die ganze Welt geleifert wurden
1965 wurde der Betrieb der Fabrik eingestellt.

2025 werden die Gebäude bei der Gartenschau Freudenstadt mit einbezogen.

Schlachterei  in Worms. Fotografiert September 2022

Der Schlachthof wurde am 12. August 1912 eingeweiht. Er wurde auf einem 25.000 Quadratmeter großen Areal errichtet.
Die Ostseite des Areals wurde in den 1950er und 1960er Jahren um Schuppen und Anbauten ergänzt,
die später wieder abgerissen wurden.

Mitte der 1970er Jahre verlor der Schlachthof an Bedeutung. Fleisch kam aus dem Ausland und wurde hier nur noch zerlegt.

Markthalle, Bistro, einige Seitentrakte sowie die bereits insolvente Fleischwarenhandelsgesellschaft befanden sich zeitweise im
Besitz einer Schlachthofbetriebs GmbH. Nachdem sowohl diese als auch die Auffanggesellschaft insolvent geworden waren,
war der Schlachthofkomplex dem Verfall preisgegeben. Der Denkmalschutz schränkte auch die Nutzungsmöglichkeiten
der Liegenschaft ein.

Im November 2012 ging der Schlachthof in Privatbesitz über. Die Investoren rissen die nicht denkmalgeschützten Bauten und
Anbauten aus den 1950er und 1960er Jahren ab. Nur die Markthalle samt Anbauten und die ehemalige Bullenschlachterei,
ein alter Turm und ein Maschinenhaus aus der Zeit der Erbauung des Schlachthofes bleiben erhalten.
Die Investoren stellten sich eine Nutzung der historischen Gebäude als Gastronomie-, Schulungs- und Eventräumlichkeiten vor,
die ab 2015 oder 2016 möglich sein sollte. 
Da die Pläne nicht umgesetzt werden konnten, wurde das Gelände 2016 und erneut 2020 weiterverkauft.

LOST PLACES - Österreich und Südtirol

Grandhotel. Fotografiert April 2022
Das Hotel war von den 1920er-Jahren bis in die 1950er-Jahre eine der besten und nobelsten Adressen.
Zum Hotel gehörten damals auch ein Post und Telegraphenamt und eine katholische Kapelle.
Die 1930 geborene Besitzerin blieb ledig und kinderlos, ihre Energie steckte sie in das Haus und hielt die Gäste bei Laune.
Zudem war sie Postmeisterin und kümmerte sich um die dortige Kapelle. 2008 musst sie in ein Pflegeheim und verstarb 2018.

Reschensee. Fotografiert April 2022
Am Reschenpass gab es bis zur Seestauung 1950 drei Seen: Den Reschensee, den Mittersee und den heute noch existierenden Haidersee.
Ein Stausee zur Erzeugung von Elektroenergie war noch unter der österreichischen Monarchie geplant. Die italienische Regierung (Tirol wurde nach dem ersten Weltkrieg 1919 geteilt und Südtirol an Italien abgegeben) griff im Jahre 1920 diesen Plan wieder auf und erteilte eine Konzession für die Anhebung des Wasserspiegels um 5 Meter. Solch eine Stauung wäre für die Orte Graun und Reschen nicht gefährlich gewesen, da es sie nicht betroffen hätte. 
Im Jahre 1939 reichte der Großkonzern „Montecatini“ ein Projekt ein, den Reschen- und Mittersee nun um 22 Meter zu stauen.
Die Bevölkerung von Reschen und Graun wurde dabei völlig übergangen. Der Antrag lange geheim gehalten. Der ausgebrochene zweite Weltkrieg verzögerte allerdings das bereits angefangene Bauvorhaben und die Bewohner des Oberen Vinschgaus glaubten deshalb, dieser Kelch ginge an ihnen vorüber. 
1947, zwei Jahre nach Kriegsende gingen die Bauarbeiten weiter. Die Bevölkerung von Graun und Reschen versuchte über eine politische Intervention den Weiterbau zu verhindern. Eine Vorsprache beim Heiligen Vater in Rom, um bei der italienischen Regierung die Einstellung der Bauarbeiten zu erreichen, war ergebnislos.
1950 im Sommer wurden die Schleusen geschlossen und der See gestaut. 677 Hektar Grund und Boden wurden überflutet.
Heute steht der Turm denkmalgeschützt mitten im See, als stummer Ankläger und als Mahnmal für zu Unrecht angerichtetes Leid.
Die Kirche, die etwas abseits vom Turm stand wurde bei der Seestauung zerstört.
Eine kleine Wiedergutmachung erfolgte erst 25 Jahre nach der Seestauung, indem man begann einen Teil des Ufers zu sanieren und einige Hektar Grund wieder aufzuschütten.

Die Folgen der Aufstauung:

  • ca. 1000 Leute waren betroffen
  • 70 % der Bevölkerung ist aus- oder abgewandert
  • 163 Wohnhäuser bzw. landwirtschaftliche Gebäude wurden gesprengt
  • 514 ha Kulturfläche vernichtet
  • dadurch 70 % weniger Nutztiere

LOST PLACES - PORTUGAL

Lagerhäuser und verfallene Piers. Fotografiert September 2019
An der Rua do Ginja direkt am Tejo-Ufer in Almada.

Cemitério dos Prazeres  Lissabon. Fotografiert September 2019
Der Cemitério dos Prazeres wurde 1833 als öffentlicher Friedhof gebaut, infolge einer Cholera-Epidemie. Sie forderte tausende Tote.
Der Name gibt oft Anlass zu Diskussionen: „Cemitério dos Prazeres“ heißt übersetzt „Friedhof der Freuden“. Der Name geht vermutlich auf ein gleichnamiges Anwesen an dieser Stelle zurück, das in den Jahrzehnten vor dem Friedhofsbau als Ausflugspark diente.

LOST PLACES - Fuerteventura

Alter Aquapark an der Nordspitze der Insel. Fotografiert November 2019
Ein Feuer hat im Mai 2019 die Replik eines historischen Holzschiffes zerstört. Von der ehemaligen Attraktion des Parks ist nur noch die Metallstruktur übrig geblieben. Auch der Rest des Parks ist in einem zerfallenen morbiden Zustand.

LOST PLACES - Gran Canaria

Shopping-Center “C.C. Faro II” in Maspalomas. Fotografiert Mai 2017
Von dem ehemals gut besuchten Einkaufszentrum  ist nicht mehr viel übrig geblieben. Einst war das Shopping- Center
ein beliebter Treffpunkt für Urlauber und Einheimische mit über 100 Geschäften und Restaurants.
Heute zum größten Teil verlassen und nur noch der Supermarkt und ein paar ganz wenige Restaurants in Betrieb.